Hallöchen, heute schreibe ich einfach mal, wie ich in Hürth angekommen bin und wie ich dort empfangen wurde.
Nach so ca. 1,5 Stunden Fahrt von Essen im schönen Ruhrpott bin ich an einem Donnerstag in Hürth angekommen. Ich wurde sehr freundlich am Empfang begrüßt.
Es wurden natürlich erstmal verschiedene Untersuchungen gemacht, wie z. B. Gewichts- und Blutdruckkontrolle, EKG und Urinkontrolle, um sicherzustellen, dass man im Stande ist, die Reha auch gut zu meistern.
Danach folgte eine Arztvisite, wo ich wieder sehr freundlich empfangen wurde!!! Ich konnte meine weiteren bestehenden Krankheiten und Beschwerden schildern. Ich z. B. habe ja auch noch Allergieprobleme (Pollen) und und und. Später wurde ich dann noch ärztlich durchgescheckt. Da alles soweit o.k. war, konnte ich nach einer Atem-Alkoholkontrolle meinen Zimmer-Schlüssel abholen.
Ich wunderte mich darüber, dass die Ärztin so erstaunt war, dass ich direkt nach der Ernährungsberatung und der Lehrküche gefragt habe. Sie hat sich darüber gefreut, dass ich mir selbst schon Gedanken gemacht habe und mich auch im Vorfeld informiert habe was so möglich ist.
Jeder bekommt außerdem einen Paten zur Seite gestellt, der einem erstmal einiges zeigt. Man wird also ein wenig an die Hand genommen, rumgeführt und bekommt viele Erklärungen. Ich muss sagen, das ist Spitze, ich habe mich sofort mit meinem Paten gut verstanden und hoffe, dass das auch mit allen Mitpatienten so ist und bleibt.
Im Rauchereck ist wie immer viel los, alle stellen sich in der Regel kurz vor und man knüpft dort Kontakte. Ich werde auch hier wieder keine Namen nennen, weder von dem Personal noch von den Mitpatienten. Es sei denn, es ist abgesprochen und wurde mir ausdrücklich erlaubt.
Leider hatte ich an diesem Tag nach 4 Wochen Abstinenz wieder einmal das 100%ige Verlangen was zu trinken. Aber die freundliche Aufnahme und auch das Umfeld hier machten mich so froh hier in einem geschützten Raum zu sein, so dass sich das auch schnell verflüchtigt hat, wenn auch nicht ganz. Es ist ja auch schwer, die neuen Eindrücke zu verdauen. Der ganze Stress an diesem Tag ist halt nicht von schlechten Eltern.
Der zweite Tag war bei mir vollgepackt mit verschiedenen Terminen, so dass ich kaum Zeit hatte nachzudenken, worüber ich froh war. Mein Suchtdruck war am Freitag so bei einer Scala von 0 -10 bei so ca. 5 Uhr morgens bis mittags und abends so ab 18 Uhr gegen 0.
Ich war erstaunt darüber, dass ich keine Einschlafprobleme hatte. Ich war aber auch zu kaputt glaube ich und bin wie tot ins Bett gefallen.
Da ich an einem Donnerstag ankam, war das Wochenende nicht weit, was für mich sehr gut war. Ich konnte mich akklimatisieren. Und auch schon jetzt durfte man ins Einkaufszentrum, um z. B. Sachen zu kaufen die man vergessen hatte oder aber die man von zu Hause nicht unbedingt mitbringen wollte.
Ich fand das Wochenende sehr schön, denn hier direkt neben der Klinik spielt der FC Hürth. Na da bin ich dann mal hin und habe es mir mit 2 x Wasser, ha ha ha, und einer Bratwurst im Brötchen (ist ja ein Muss im Stadion) gutgehen lassen.
Rundum würde ich sagen, ein gelungener Start ins neue Lebensgefühl!
An dieser Stelle noch schöne Grüße an den "Freundeskreis Leben ohne Alkohol", der leider zurzeit ohne mich auskommen muss.
Ab jetzt werde ich wieder wöchentlich was schreiben. Ich habe ja schon ein paar Interessierte, die immer fragen, wann es hier weitergeht. So, nun wisst ihr Bescheid. Bis nächstes Wochenende!
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