Ich habe inzwischen etwas mehr auf meinem Plan stehen. Nach der nun endlich erfolgten Einweisung kann ich auch Sport machen, Cardiotraining und Medizinische Trainingstherapie (also ab in die Muckibude, ha ha ha).
Diese Woche hatte ich die Aufgabe einen Abschiedsbrief zu schreiben. Ich habe lange überlegt, ob ich ihn hier veröffentlichen soll. Meine Schwester fand meine Worte in dem Brief sehr bewegend, sie war sehr gerührt. Also muss er auch hier rein.
Holt schon mal die Taschentücher raus, jetzt kommen die harten Sachen, ha ha ha.
Der Abschiedsbrief:
Hallo lieber Alkohol
Wir waren jahrelang die besten Freunde. In dieser Zeit hatten wir die schönsten und besten Tage, aber auch die härtesten und schlimmsten Tage. Schön war es, wenn wir zusammen beim Fußball waren und Spaß hatten. Auch auf Feiern oder auf den Grillfesten war es immer sehr schön mit dir. An den einsamen Tagen gabst du mir Rückhalt, hast mich vergessen lassen und mir über die Trauer einiger alten Erinnerungen hinweggeholfen. Aber nun nehme ich Abschied von dir. Ich brauche dich nicht mehr, ich finde in mein eigenes Leben zurück. Dank neuer Freunde und Bekannte die mir helfen, nun über dich hinwegzukommen. Ich bin nicht mehr so alleine, denn auch meine Schwester und meine richtigen Freunde geben mir den Mut zurück dich auszuschließen. Meine Energie die in meine Website fließt gibt mir auch den Halt. Über dich zu sprechen geht mir immer leichter über die Lippen. Ohne dich werde ich besser dran sein.
Was du mir angetan hast, ist einfach erklärt:
Du hast mich süchtig gemacht.
Du hast mich einsam gemacht, da ich ja keinerlei Kontakte mehr zur Außenwelt hatte.
Du hast mich krank gemacht, Diabetes 2 lässt grüßen.
Du hast mich Zuhause eingesperrt, damit niemand mitbekommt wie es mir geht.
Du hast mich sozusagen kaputtgemacht.
So ein Brief ist für jede Suchterkrankung anwendbar. Vielleicht schreibt ihr selber einen Abschiedsbrief. Macht euch Gedanken hierzu, es kann sehr hilfreich sein.
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